Herausfordernde Stationen, überraschende Aufgaben und nur fünf Stunden Zeit – beim Abschluss-Seminar 2021 mussten die angehenden Einsatzkräfte der Wasserrettung Vorarlberg ihr gesamtes Können unter Beweis stellen.

1einsatzAuch Unfälle abseits des Wassers gehören zum Alltag der Wasserrettungs-Einsatzkräfte.

Der Himmel ist wolkenverhangen, ein grauer Samstagmorgen. Es nieselt leicht. Etwa 11 Grad Wassertemperatur im Bodensee. „Perfekte Bedingungen“, schmunzelt Theresa Mayer von der Abteilung Feldkirch-Frastanz. „Auch im wirklichen Einsatzleben scheint nicht immer die Sonne.“ Theresa ist voll ausgestattet mit Schnorchel, Tauchermaske, Flossen und Neoprenanzug – die sogenannte ABC-Ausrüstung. Die Aufgabe für sie und ihr sechsköpfiges Team: „Wir müssen so schnell wie möglich eine funktionierende Suchkette bilden, eine Puppe am Seegrund finden und mit einer Boje im See markieren.“

Das geht nur mit einer großen Portion Teamarbeit. Aufeinander Acht geben, miteinander kommunizieren lernen, sich untereinander vernetzen. Das sind mit die wichtigsten Lektionen, die die 28 Anwärterinnen und Anwärter aus den Abteilungen Bludenz, Feldkirch-Frastanz, Dornbirn und Bregenz an diesem Tag lernen sollen. Dabei ist die ABC-Übung nur eine von fünf. Eine weitere Station zeigt den richtigen Umgang mit Einsatzmaterialien wie Schleifkorbtrage und Funkgeräten. Direkt im Anschluss steht eine genaue Inspektion der Blaulichtfahrzeuge an.

„Etwas ganz Besonderes haben wir uns für die Station ‚Einsatzübung‘ einfallen lassen“, sagt Landeseinsatzleiter Daniel Plaichner. „Die Anwärter glauben, sie fahren zu einer einfachen Sachgüterbergung. Eigentlich keine große Sache für einen ausgebildeten Wasserretter. Auf dem Weg zum Einsatzort kommen sie aber zufällig an einem Autounfall vorbei.“ Das spiegelt die Realität optimal wider, meint Plaichner. „Das Leben als Einsatzkraft ist unberechenbar. Bei diesem Unfall sind Erste Hilfe-Kenntnisse und Organisationstalent gefragt. Im Ernstfall überlebenswichtige Eigenschaften.“

Die ABC-Übung haben Theresa und ihr Team mittlerweile bestanden. Auch die leichten Alu- Hochwasserboote konnten sie geschickt durch enge Parklücken manövrieren. Insgesamt 28 Anwärterinnen und Anwärter werden an diesem Tag zu vollwertigen Einsatzkräften der Wasserrettung Vorarlberg ernannt und mit Pagern ausgerüstet. Jederzeit einsatzfähig – jederzeit einsatzbereit, um kostbares Menschenleben vor dem nassen Tod zu retten.

5einsatzMit voller Kraft zur Einsatzmannschaft.

5einsatzDie leichten Alu-Hochwasserboote sind sehr vielseitig, Manövrieren will aber gelernt sein.

5einsatzDer richtige Umgang mit der ABC-Ausrüstung gehört zum kleinen Einmaleins einer angehenden Einsatzkraft dazu.

5einsatzKeine leichte Aufgabe – Suchkette bilden, Puppe finden und mit einer Boje im kalten See markieren.