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Hitzewelle: Einsatzreiche Woche für die Wasserrettung

Innerhalb weniger Stunden waren unsere Einsatzkräfte sowohl am Bodensee als auch an Fließgewässern im Einsatz. Die Bandbreite reichte von Bootsbergungen über Personensuchen bis hin zu einem besonders belastenden Einsatz mit tödlichem Ausgang.

Drei Bootseinsätze am Bodensee

Am Sonntagabend zog eine heftige Gewitterfront über den Bodensee und brachte innerhalb kürzester Zeit mehrere Boote in Not. Für die Wasserrettung Vorarlberg bedeutete dies drei parallele Bootseinsätze, die gemeinsam mit den Einsatzorganisationen (im Bild: Kreiswasserwacht Lindau) auf österreichischer und deutscher Seeseite abgearbeitet wurden. Während Boote gesichert, Personen betreut und Wasserfahrzeuge in sichere Häfen gebracht wurden, zeigte sich einmal mehr, wie rasch sich die Bedingungen auf dem Bodensee verändern können. Dank des raschen und professionellen Zusammenwirkens aller beteiligten Organisationen konnten die Einsätze ohne Personenschäden abgeschlossen werden.

Anspruchsvoller Einsatz an der Ill

Am Sonntagnachmittag wurde die Wasserrettung Vorarlberg zu einem der schwersten Einsätze der vergangenen Jahre an die Ill im Bereich des CKG-Wasserfalls in Bludenz alarmiert. Eine Familie und ein Begleiter waren beim Baden in die lebensgefährlichen Strömungs- und Sogkräfte einer sogenannten Wasserwalze geraten. Während ein 40-jähriger Mann noch von einem Angehörigen aus dem Wasser gezogen werden konnte, wurden sein zehnjähriger Sohn und ein 22-jähriger Begleiter unter Wasser gedrückt und mitgerissen. Gemeinsam mit zahlreichen Ersthelfern sowie Feuerwehr, Rotem Kreuz, Polizei und mehreren Rettungshubschraubern suchten und bargen die Einsatzkräfte der Wasserrettung die Verunglückten. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen und des umfassenden Rettungseinsatzes kamen der 22-Jährige und der zehnjährige Bub noch am Sonntag ums Leben. Der 40-jährige Vater erlag einen Tag später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Im Einsatz standen allein von der Wasserrettung Vorarlberg 36 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen. Dieser tragische Einsatz macht auf erschütternde Weise deutlich, welche enorme Gefahr von Wasserwalzen und den oft unterschätzten Strömungen in Fließgewässern ausgeht – selbst an bekannten Badeplätzen.

Rettung an der Bregenzer Ache

Am Montagnachmittag wurde die Wasserrettung zu einem Badeunfall an der Bregenzer Ache alarmiert. Ein 18-Jähriger, der gemeinsam mit Freunden baden war und zuvor Alkohol konsumiert hatte, geriet in der Strömung in eine lebensbedrohliche Notlage. Seine Begleiter erkannten den Ernst der Situation zunächst nicht, da sie sein Verhalten zunächst für einen Scherz hielten. Erst als der junge Mann regungslos im Wasser trieb, begannen sie gemeinsam mit Ersthelfern sofort mit Reanimationsmaßnahmen. Die alarmierten Einsatzkräfte der Wasserrettung, des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und der Polizei übernahmen anschließend die weitere Versorgung. Dank des schnellen Eingreifens aller Beteiligten konnte der junge Mann gerettet werden. Der Einsatz zeigt eindrücklich, wie schnell sich an Fließgewässern eine scheinbar harmlose Situation zu einem lebensbedrohlichen Notfall entwickeln kann – insbesondere, wenn Alkohol, Strömung und Selbstüberschätzung zusammenkommen.

Appell der Wasserrettung

Mit den anhaltend hohen Temperaturen steigt die Zahl der Menschen an Seen und Flüssen deutlich an – und damit leider auch die Zahl der Notfälle. Die Wasserrettung Vorarlberg appelliert daher an alle Badegäste und Wassersportler, Wetterwarnungen ernst zu nehmen, Fließgewässer nicht zu unterschätzen und die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Oft entscheiden Aufmerksamkeit und umsichtiges Verhalten darüber, ob aus einem Sommertag ein schöner Ausflug oder ein Rettungseinsatz wird.

Ein großer Dank gilt allen ehrenamtlichen Einsatzkräften der Wasserrettung Vorarlberg sowie den Partnerorganisationen für ihre professionelle Zusammenarbeit und ihren unermüdlichen Einsatz – rund um die Uhr und bei jeder Witterung.

Daniel Plaichner

Landesleiter & Landeseinsatzleiter
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